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2018

UX-Lab Kampagnen-Management

Übersichtliche Filterung und Darstellung von komplexen Kampagnen

Unsere Kunden haben bei ihrer täglichen Arbeit teilweise sehr komplexe, aber auch sehr spannende Tätigkeiten. Für diese einfache und übersichtliche Anwendungen zu erstellen, die dennoch alle nötigen Funktionen haben, ist eine große Herausforderung. So auch im Falle eines größeren Telekomunikationsanbieters, dessen Anwendung mit zunehmendem Funktionsumfang sehr unübersichtlich wurde und daher nicht in dem Maße genutzt wurde, wie gehofft.

Da hilft es, in einer ruhigen Minute einen Schritt zurück zu treten, um einen Überblick zu bekommen und neu über die grundliegenden Konzept nachzudenken. Um so besser, wenn es ganz neue Mitarbeiter tun können, die sogar einen geschulten Blick auf die Dinge haben, ohne voreingenommen zu sein.

Die Aufgabe

Konkreter bat man uns (UXler, die dieses Jahr neu angefangen und Lust und Zeit für ein Lab hatten) mal auf eine Anwendung zu schauen, die dem Entwickler nicht gefiel. Dabei sah sie nicht einmal extrem schlimm oder veraltet aus, befriedigte aber auch niemanden und wurde vom Kunden offensichtlich nicht so genutzt wie gewünscht, ohne dass man konkret hätte sagen können, was stört.

Verbessert mal die UX...

Aber worum geht es hier eigentlich: Ein größerer Telekommunikationsanbieter bietet über das Jahr verteilt sehr viele Kampagnen an. Dabei wird jede Kampagne ausgiebig und detailliert geplant, mögliche Kombinationen verglichen und über ihren gesamten Verlauf begleitet und analysiert, um danach möglichst erfolgreiche neue Kampagnen starten zu können. Hierfür sind sehr aufwendige Arbeitsprozesse und Softwaretools nötig, um diese

Daten nicht nur darzustellen, sondern sie so zu präsentieren, dass sie für den Kunden den größten Nutzen bringen / am besten verstanden werden. Dabei fallen enorm viele Daten an, die gerne in unübersichtlichen Tabellen angezeigt werden.

Ablauf

Schon die kurze Einführung, bei der man den Interessierten die App mal zeige, ließ vermuten, dass es nicht einfach werden würde. Die Anwendung selbst besteht aus drei großen Teilen mit diversen Unterbereichen, die teilweise im Web und teilweise auf Bildschirmen im Office laufen. Dabei arbeiten diverse (über 100) Personen mit sehr unterschiedlichen Aufgaben damit. Dieses Konzept in zwei Tagen grundliegend zu überarbeiten ist schlicht unmöglich.

Die Anwendung (zumindest in groben Zügen) zu verstehen kostete uns schon einen gesamten Vormittag. Und leider war es auch nicht möglich echte Anwender zu befragen um herauszufinden wo die wirklichen Probleme liegen. Recht schnell war jedoch klar, dass es um die Darstellung von enorm vielen und komplexen Daten ging, die in aufwendigen Filtern, Suchen und endlosen Tabellen den Gebrauchskomfort der Anwendung enorm einschränken.

1. Mit dieser Erkenntnis machten wir uns daran, die Kernaufgaben der Anwendung zu identifizieren, um für diese neue und einfachere Wege zu finden.

2. Nun teilten wir die Usecases in immer kleinere Teilaufgaben auf und bemerkten, dass bestimmte Unteraufgaben immer wieder nötig waren und sich somit eine Struktur erkennen lies.

3. Jeder nahm sich nun eine der Aufgaben vor und setzte seine Ideen für eine Lösung zunächst als Pen and Paper Prototyp um.

4. Am zweiten Tag setzte wir uns nun in zweiter Teams zusammen und setzten die Ideen mit Axure um. Am Morgen konnten wir schon je zwei der Mockups sinnvoll kombinieren und am zweiten Abend konnten wir schließlich eine Version präsentieren die alle guten Ideen vereinte.

Dieser Ablauf ist sehr typisch für die Arbeit eines User Researchers. Man versucht zunächst direkt vom Anwender die tatsächlichen Bedürfnisse herauszufinden. Oft Aufgaben, die sich in einem einzigen Stichpunkt zusammenfassen lassen. Diesen versucht man dann in seine Bestandteile zu zerlegen und diese mit einfachsten Mitteln (oft Wireframes) abzubilden. Normalerweise würde mann diese dann am Nutzer testen und stetig mit weiteren Tests weiterentwickeln, bis hin zur fertigen Applikation. Dies war in den zwei Tagen leider nicht möglich.

Das Ergebnis

Nach den zwei Tagen können wir ein Konzept vorlegen, dass die Kernproblematiken abdeckt.

Grundliegender Aufbau und schneller Zugriff auf bestimmte Ansichten:

Die vielen einzelnen Menüpunkte werden in wenigen zusammengefasst und das Menü an das untere Ende der Seite verschoben. Der Startbildschirm beschäftigt sich nur noch mit dem primären Anwendungsfall, den Kampagnen. Für jede einzelne Unterseite, Such- und Filterergebnisse, einzelne Kampagnen und mehr gibt es eine "Pin"-Option für jeden eingeloggten Use, die eine direkte Verlinkung von der Starseite erlaubt. Somit kann man schnell an die Punkte in der Applikation springen, die für einen wichtig sind.

Suche und Filterung:

Eine intelligente Suche auf der Startseite erlaubt den Schnellzugriff auf offensichtliche Ergebnisse. Für die erweiterte Suche und Filterung stehen zunächst die meist genutzten Filteroptionen zur verfügung, diese lassen sich schrittweise erweitern, um alle Optionen zu haben. Somit wird vermieden, dass der Nutzer unnötig viele Optionen angezeigt bekommt und die für ihn Relevanten suchen muss.

Anzeige von komplexen Datensätzen:

Die Ergebnisse der Suche können in Kacheln, einer Liste oder eine Tabelle dargestellt werden. Die Kachelansicht ist dabei deutlich übersichtlicher für wenige Einträge als die Tabellendarstellung, die es heute gibt. Dabei werden zunächst nur die wichtigsten Daten angezeigt und nicht alle, um den Anwender nicht zu verwirren. Er kann dann genau die Daten einblenden, die für ihn interessant sind. Somit ist die Anzeige stets übersichtlich und konzentriert sich auf das Wichtigste.

Eva
Agile UI/UX Engineer
Anna
Agile UI/UX Engineer
Isabella
Agile UI/UX Engineer
Frederic
Agile UI/UX Engineer

Wir erarbeiten anspruchsvolle und innovative Softwarelösungen mit großer Leidenschaft. Projekte betreuen wir ganzheitlich und mit voller Transparenz: Sie bekommen von uns alles aus einer Hand. Bei der Entwicklung von Lösungen orientieren wir uns an zwei Phasen…

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